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Panama und die Schweiz

Als wir aufwuchsen, vermittelte man den Meisten von uns, dass die Schweiz eine ganz besondere Stellung in Europa einnimmt. Da es so klein und sehr gebirgig ist, war es unendlich schwer für Fremde in das Land einzudringen. Indem sie die Neutralität in den europäischen Kriegen beibehielt, wurde in der Schweiz fast nichts zerstört. Die Schweiz ist sehr zentral gelegen, konzentriert sich stark auf den Finanzmarkt, und war somit für die Nachbarländer nützlicher unversehrt zu bleiben. Mit einer Bevölkerung, die sich aus Deutschen, Franzosen und Italienern zusammensetzt, lernten die Schweizer sich mit mehrerern Sprachen und ethnischen Gruppen aueinanderzusetzen und mussten dafür nicht einmal aus der Schweiz ausreisen. Diese Kombination ließ aus der Schweiz einen sicheren Platz zum Leben und einen guten Platz für Geschäfte machen.

Betrachten Sie Panama. Es ist klein. Mit nur 3 Millionen Einwohnern ist die Bevölkerungsdichte geringer als in jeder anderen Nation auf dem Festland, wie Nord-, Zentral- oder Südamerika, mit einer Ausnahme, Belize, einer kleinen verarmten Nation in Mittelamerika. Vergleichen Sie Panama, mit 38 Menschen pro Quadrat-Meile (15 pro Quadrat-Kilometer) mit den 48 US Staaten (100 pro Quadrat-Meile oder 39 pro Quadrat-Kilometer). Nehmen Sie Alaska mit seiner geringen Bevölkerung und seiner weiten, menschenleeren Fläche und die US Staaten, trotzdem sind es noch doppelt soviele Menschen wie in Panama (82 pro Quadrat-Meile oder 32 pro Quadrat-Kilometer).

Diagramm von PanamaWas die westliche Halbkugel betrifft, liegt Panama ungefähr im "Zentrum". Wie Sie auf der rechten Landkarte sehen können (klicken Sie sie an, um eine grössere Version zu erhalten), ist Panama buchstäblich die "Brücke" zwischen den zwei Hemisphären.

Vor mehr als einem Jahrhundert, verknüpfte sich die Geschichte Panamas mit dem Panamakanal. Hunderttausende Menschen haben den Kanal über die Jahre durchfahren und mehr als nur paar Wenige sind zurückgekommen, um hier zu leben. Panamenios sind es gewohnt Menschen aus anderen Nationen zu beschäftigen und sind auch glücklich es zu tun. Panama besteht aus einer "Mischblut" (Mestizo) Bevölkerung, in der das "Blut" aus mehreren Dutzend verschiedener Nationalitäten zusammengetzt ist. Dies sorgt für eine kosmopolitische Gesellschaft, in die Fremde verhältnismäßig gut reinpassen.

Panama war lange ein bedeutender Finanzmittelpunkt. In der Vergangenheit aber diente Panama als Hauptzentrum für Drogenkartelle, die dort ihr Geld wuschen. Dieses und eine weitere Anzahl von umstrittener Punkte führte zu einer Krise in der Beziehung mit den USA und zusätzlich zu dem Fall des Diktators Manuel Noriega im Jahre 1989. Aber das ist kein Thema mehr zwischen Panama und den USA. Noriega war für 15 Jahre in US-amerikanischer Gefangenschaft und die Panamenios wünschen ihn nicht zurück, es sei denn, er würde wegen Mordes verklagt werden. Heute wird Panama für die großen Fortschritte gepriesen, die es bei der Säuberung des Finanzhaushaltes vollbrachte. Das Bankwesen floriert. Zusätzlich hat Panama die grösste Freihandels-Zone in Amerika und die zweitgrösste der Welt, nur Hong-Kong liegt noch davor.

Wie die Schweiz hat auch Panama Berge. Sie sind ein Hauptfaktor in der Topographie des Landes, aber sie sind weit kleiner als die der Schweiz! Sie spielen nicht die schützende Rolle, die sie für den Schweizer spielten. Stattdessen hat Panama einen sehr netten Zusatz: den Dschungel, Costa-Rica und die USA.

Trotz der Nähe zu Kolumbien im Süden, wird Panama vor den Problemen dieses angrenzenden Landes durch einen starken Dschungel geschützt, den sich die Panamenios bewahren wollen. Die 16.000 Meilen (26.000 Kilometer) lange Pan-American Highway geht von Alaska bis nach Chile. Auf der gesamten Strecke gibt es nur einen fehlenden Abschnitt und der liegt zwischen Panama und Kolumbien. In diesem Abschnitt am Ende von Panama findet man noch zum Teil Eingeborene (Indianer) sowie auch eine große Vielzahl von seltenen Sorten an Flora und Fauna. Infolgedessen hat Panama es abgelehnt, diesen Teil der Pan-American Highway auszubauen, da sie ein Schutz für die eingeborenen Völker und ihre Umwelt sein soll. Es ist ein offenes Geheimnis, dass Panama dies als wunderbare Enschuldigung und Vorwand nimmt, damit man von Kolumbien und deren Probleme getrennt bleibt, ohne den Nachbarn direkt zu beleidigen.

Das andere Ende von Panama grenzt an Costa Rica. Wie Panama ist Costa Rica frei, demokratisch und ruhig, hat kein Militär, und ist verhältnismäßig wohlhabend. Es gibt absolut keinen Grund, warum Panama und Costa Rica Krieg gegeneinander führen sollten. Vielmehr ist das Gegenteil der Fall, beide Länder sind freundliche, ökonomische Konkurrenten, wobei die Betonung auf "freundlich" liegt. Desweiteren, hat sich Panama von der Armut und der Gewalttätigkeit isoliert, was ansonsten mit anderen zentral-amerikanischen Ländern in Verbindung gebracht wird, in denen alt bekannte Streitigkeiten fortgeführt werden und Drogen-Gangs häufig anzutreffen sind.

Mit dem Dschungel auf der einen Seite und Costa Rica auf der anderen, ist Panama gut bgeschirmt. Und es ist unwahrscheinlich, dass jemand versucht nach Panama einzudringen, es ist nicht der Mühe wert, aber wenn es doch dazu kommen sollte, würden sich die Vereinigten Staaten darum kümmern. Als Teil des Vertrags, in dem die US Aufsicht den Kanal an Panama übergeben hat, garantierten die USA die Sicherheit des Kanals (und folglich Panamas) vor jedem möglichen Angriff. Dies ist ein Grund, warum Panama ziemlich glücklich auch ohne Militär bestehen kann.

Nein, Panama ist nicht die Schweiz, aber der Vergleich ist begründet. Jedoch gibt es einen Hauptunterschied, den ich aus meiner persönlicher Erfahrung bezeugen kann. Panama ist zum Kuckuck noch mal viel preiswerter als die Schweiz!

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